WorldSkills in Shanghai:Österreich räumt bei der Berufsweltmeisterschaft zehn Medaillen ab
Rot-weiß-roter Erfolg beiden Berufsweltmeisterschaften in Shanghai: Österreich holt vier Silber- und sechs Bronzemedaillen sowie 20 „Medals for Excellence“. Die Exzellenzauszeichnung werden für herausragende Leistungen knapp nach den Podestplätzen vergeben. 32 der 48 Teilnehmer – exakt zwei Drittel des größten Team Austria der Geschichte – kehren mit einer Medaille oder einer „Medal for Excellence“ nach Hause zurück. Fliesenleger Andreas Landl aus Oberösterreich wird als bester Österreicher mit dem Titel „Best of Nation“ ausgezeichnet.
SHANGHAI. Vor insgesamt 15.000 Fans werden in der Mercedes-Benz-Arena von Shanghai vier österreichische Fachkräfte zu Vizeweltmeistern gekürt, sechs weitere Bronzemedaillen gehen an das Team Austria. Die außergewöhnliche Breite der rot-weiß-roten Leistung unterstreichen zusätzlich 20 „Medals for Excellence“. Diese werden an Teilnehmer vergeben, die mindestens 700 von 800 möglichen Punkten erreichen und damit internationales Exzellenzniveau beweisen. 32 der 48 österreichischen Teilnehmer dürfen sich damit über eine Medaille oder ein „Medal for Excellence“ freuen – damit werden zwei Drittel des gesamten Teams für ihre Leistungen ausgezeichnet.
Österreich verbessert sich damit noch einmal zur bereits zur beachtlichen Performance der letzten Weltmeisterschaft: In Frankreich holte das Nationalteam insgesamt sieben Medaillen. Die Nationenwertung geht an Gastgeber China, Österreich wird starker Siebter. Damit ist die Alpenrepublik das dritterfolgreichste Land Europas – hinter der Schweiz und Frankreich, knapp vor Deutschland.
Vizeweltmeister aus Oberösterreich, Niederösterreich, Vorarlberg und Tirol
Zum erfolgreichsten Teilnehmer des Team Austria krönt sich Andreas Landl: Der Fliesenleger aus Wartberg an der Krems in Oberösterreich holt Silber und wird zusätzlich als bester österreichischer Teilnehmer mit dem prestigeträchtigen Titel „Best of Nation“ ausgezeichnet. Die Fachkraft der Alfred Schnellnberger GmbH muss sich auf der größten Bühne der Welt lediglich einem Konkurrenten geschlagen geben. Gleichzeitig setzt Landl Österreichs außergewöhnliche Erfolgsserie im Fliesenlegen fort: Nach WM-Gold 2022, EM-Gold 2023 und WM-Gold 2024 ist es bereits das vierte internationale Edelmetall in Folge. Bei allen vier Erfolgen als Experte an Bord: Der Steirer Andreas Stiegler, der Landl über Monate auf den Wettbewerb in Shanghai vorbereitet hat.
Ebenfalls Silber gewinnt Marcel Riener: Der Sanitär- und Heizungstechniker aus Reingers in Niederösterreich sichert sich den zweiten Platz. Riener ist beim Raiffeisen-Lagerhaus Gmünd-Vitis beschäftigt. Schon bei der WM 2022 holte Österreich in diesem Beruf Gold. Gecoacht wird Riener von Herbert Gabauer von der Berufsschule Linz 8, der die Anforderungen aus eigener Erfahrung kennt: Gabauer wurde 2013 selbst Weltmeister und führte erst im Vorjahr Österreich bei den EuroSkills zum Europameistertitel.
Österreichs außergewöhnliche Erfolgsserie bei den Malern setzt Luca Ladler fort: Der Vorarlberger aus Fußach pinselt sich zum Vizeweltmeistertitel und holt bei der 21. österreichischen WorldSkills-Teilnahme in diesem Beruf bereits die 16. Medaille – 13 davon glänzen in Gold. Die Fachkraft von „Hannes Hagen Präzision.Farbe“ in Lustenau wird von Christoph Pessl trainiert, der selbst weiß, wie man auf der größten Bühne gewinnt: Der Steirer wurde 2021 Europameister und 2022 Weltmeister. Seit seinem Wechsel vom Teilnehmer zum Experten ist seine Bilanzmakellos: Bronze bei den EuroSkills 2023, Silber bei den WorldSkills 2024 und nun erneut Silber in Shanghai – drei internationale Bewerbe, drei Medaillen für seine Schützlinge.
Für die vierte Silbermedaille sorgt Vincent Track. Der Verfahrenstechniker aus Breitenbach am Inn in Tirol tritt als erster Österreicher überhaupt im WorldSkills-Bewerb Wassertechnologie an – und schafft auf Anhieb den Sprung auf Platz zwei. Der Mitarbeiter von Novartis Pharmaceutical Manufacturing in Langkampfen wird von Expertin Michaela Pusch betreut.
Sechsmal Bronze für Österreich
Bronze gewinnt Zimmerer LucaReitböck aus Taufkirchen an der Pram in Oberösterreich. Die Fachkraft derHauer Zimmerei GmbH in Enzenkirchen setzt sich gegen die internationaleKonkurrenz durch und holt, gecoacht von Josef Angleitner, die fünfteösterreichische Medaille des Abends.
Eine weitere Bronzemedaillegeht nach Niederösterreich: Die Betonbauer Julian Gintner und MichaelPomassl aus Vitis sichern sich im Teambewerb den dritten Platz. Das Duo derLeyrer + Graf Baugesellschaft in Gmünd sorgte damit für die nächste Medaille inÖsterreichs Paradedisziplin: Nach fünf Weltmeistertiteln in Folge stehtRot-Weiß-Rot auch in Shanghai auf dem Podium und holt die sechsteWorldSkills-Medaille en suite. Hinter dem Erfolg steht Experte Manuel Bauer,der Gintner und Pomassl über Monate technisch und mental auf denkräftezehrenden Teambewerb vorbereitet hat.
Für eine Medaillenpremiere sorgt Benedikt Pritz: Der Niederösterreicher aus Raxendorf gewinnt im erstmals bei WorldSkills ausgetragenen Wettbewerb Schienenfahrzeugtechnik Bronze. Der Mitarbeiter der ÖBB-Technische Services GmbH in St. Pölten wird von Experte Gernot Watscher begleitet.
Ebenfalls Bronze gewinnt René Bitschnau aus Frastanz in Vorarlberg. Der Absolvent der HTL Dornbirn erreicht in der Chemielabortechnik den dritten Platz. Sein Experte Hans-Thomas Schacht darf damit erneut über eine österreichische WM-Medaille in dieser Disziplin jubeln.
In der Maschinenbautechnik jubelt Vorarlberg nochmals über Bronze: Keanu Frick aus Lauterach schafft den Sprung auf das Podium. Der Mitarbeiter der Julius Blum GmbH in Höchst wird von Experte Lukas Schwärzler trainiert.
Die sechste Bronzemedaille holt Jonas Baltuska. Der Wiener von der HTL Mödling erreicht in der Optoelektronik den dritten Rang. Gecoacht wird Baltuska von Günter Kapucian.
20 „Medals for Excellence“unterstreichen Teamstärke
Wie breit Österreich international aufgestellt ist, zeigen auch die 20 Medals for Excellence. Diese Auszeichnungen werden für herausragende Leistungen direkt hinter den Medaillenrängen vergeben.
Aus Oberösterreich werden Kälte- und Klimatechniker Jonas Danninger, Koch Hannes Sortsch, CNC-Dreher Fabian Spitzer sowie die Gartengestalter Marcel Ortner und Simon Weiß ausgezeichnet.
Fünf Medals für Excellence gehen nach Vorarlberg: an Anlagenelektriker Janick Gehrer, Hotel-Rezeptionistin Elena Mathis, CNC-Fräser Deniz Mutun, Schweißer Simon Österle und Maschinenbau-CAD-Techniker Sandro Flatz.
Die Steiermark darf über Auszeichnungen für Grafiker Paul Bürki, Modeschülerin Julia Kaufmann und Verkaufsexpertin Anna Tritscher jubeln.
Aus Salzburg erhalten Floristin Julia Gschwandtner und Land- und Baumaschinentechniker Bernhard Moser ein „Medal for Excellence“.
Nach Niederösterreich gehen drei weitere Auszeichnungen: an Konditorin Valentina Otzelberger, Bautischler Paul Meisterhofer und Elektroniker Christoph Schöndorfer. Komplettiert wird die rot-weiß-rote Erfolgsbilanz durch Möbeltischler Elias Stephan aus dem Burgenland, Hochbauer Noah Trettenbrein aus Kärnten und Digital-Construction-Teilnehmer Abdulkadir Özen aus Wien.
Herk: „Ganz Österreich kann auf dieses Team stolz sein“
SkillsAustria-Präsident JosefHerk zeigt sich begeistert: „Was für ein Abend, was für ein Team und wasfür eine Leistung! Zehn Medaillen und 20 ‚Medals for Excellence‘ bei dengrößten WorldSkills aller Zeiten sind ein gewaltiger Erfolg. Unsere jungenFachkräfte haben Österreich auf der größten Bühne der beruflichen Bildung mitKönnen, Leidenschaft und unglaublichem Kampfgeist vertreten. Sie haben vierTage lang alles gegeben, Rückschläge weggesteckt und unter enormem DruckLeistungen auf Weltklasseniveau abgerufen. Ich verneige mich vor jedemEinzelnen in diesem Team. Ganz Österreich kann auf diese jungen Menschen, ihreExperten, ihre Familien und ihre Ausbildungsbetriebe stolz sein. Ihr seidChampions und großartige Botschafter für die berufliche Bildung in Österreich!“
Kraft: „Zwischen Gold undSilber liegt oft nur ein Quäntchen Glück“
SkillsAustria-Geschäftsführer Jürgen Kraft ordnet das Ergebnis ein: „Vier Vizeweltmeistertitel, sechs Bronzemedaillen und 20 „Medals for Excellence“ sind eine sensationelle Bilanz. Wer WorldSkills kennt, weiß aber auch: Zwischen Gold und Silber liegen oft nur wenige Punkte, manchmal ein einziger Handgriff – und am Ende auch das berühmte Quäntchen Glück. Zwei Drittel unseres Teams wurden mit einer Medaille oder einer ‚Medal for Excellence’ ausgezeichnet. Das zeigt, welche Qualität und Breite in diesem Nationalteam steckt. Österreich gehört sowohl in den traditionellen Handwerksberufen als auch in den technologischen Zukunftsdisziplinen zur absoluten Weltspitze.“
Die österreichischenMedaillengewinner im Überblick
Silber (4)
- Andreas Landl, Fliesenlegen, Oberösterreich
- Marcel Riener, Sanitär- und Heizungstechnik, Niederösterreich
- Luca Ladler, Maler, Vorarlberg
- Vincent Track, Verfahrens- und Prozesstechnik, Tirol
Bronze (6)
- Luca Reitböck, Zimmerei, Oberösterreich
- Keanu Frick, Maschinenbautechnik, Vorarlberg
- Julian Gintner und Michael Pomassl, Betonbau, Niederösterreich
- René Bitschnau, Chemielabortechnik, Vorarlberg
- Benedikt Pritz, Schienenfahrzeugtechnik, Niederösterreich
- Jonas Baltuska, Optoelektronik, Wien
Die „Medals forExcellence“-Gewinner im Überblick
Vorarlberg (5)
- Janick Gehrer, Anlagenelektrik
- Elena Mathis, Hotel-Rezeption
- Deniz Mutun, CNC-Fräsen
- Simon Österle, Schweißen
- Sandro Flatz, Maschinenbau CAD
Oberösterreich (4)
- Jonas Danninger, Kälte- und Klimatechnik
- Hannes Sortsch, Kochen
- Marcel Ortner und Simon Weiß, Gartengestaltung
- Fabian Spitzer, CNC-Drehen
Steiermark (3)
- Paul Bürki, Grafikdesign
- Julia Kaufmann, Mode-Technologie
- Anna Tritscher, Verkauf
Niederösterreich (3)
- Valentina Otzelberger, Konditorei
- Paul Meisterhofer, Bautischler
- Christoph Schöndorfer, Elektronik
Salzburg (2)
- Julia Gschwandtner, Floristik
- Bernhard Moser, Land- und Baumaschinentechnik
Burgenland (1)
- Elias Stephan, Möbeltischler
Kärnten (1)
- Noah-Samuel Trettenbrein, Hochbau
Wien (1)
- Abdulkadir Özen, Digital Construction
Historischer Bundesländervergleich
Im historischen WorldSkills-Bundesländervergleich übernimmt Oberösterreich die Führung: Mit den Erfolgen von Andreas Landl und Luca Reitböck hält das Bundesland nun bei 20Gold‑, 17 Silber- und 19 Bronzemedaillen. Knapp dahinter folgt Vorarlberg, dass eine Bilanz durch Luca Ladler, Keanu Frick und René Bitschnau auf 20 Gold‑, 16 Silber- und 13 Bronzemedaillen ausbaut. Die Steiermark liegt mit 13 Gold‑, elf Silber- und 14 Bronzemedaillen weiterhin auf Rang drei. Dahinter folgen Tirol mit zehn Gold‑, acht Silber- und sechs Bronzemedaillen sowie Niederösterreich mit acht Gold‑, zehn Silber- und zwölf Bronzemedaillen. Wien hält nun bei sieben Gold‑, fünf Silber- und acht Bronzemedaillen, Salzburg bei sechs Gold‑,vier Silber- und sieben Bronzemedaillen. Kärnten verzeichnet fünf Gold‑, zwei Silber- und drei Bronzemedaillen. Das Burgenland konnte bislang vier „Medals for Excellence“ erringen.
Über SkillsAustria
SkillsAustria ist ein gemeinnütziger Verein und agiert als österreichisches Kompetenzzentrum für Berufswettbewerbe und Talenteförderung in der Berufsbildung. Durch die Berufsmotivation und Berufsorientierung leisten wir einen nachhaltigen und aktiven Beitrag zur Fachkräftesicherung.
SkillsAustria organisiert AustrianSkills, die österreichischen Staatsmeisterschaften der Berufe. Deren Sieger repräsentieren als Team Austria die Kompetenz und Perfektion junger Fachkräfte bei den internationalen Berufswettbewerben EuroSkills & WorldSkills. Durch die herausragenden Leistungen auf nationaler und internationaler Ebene sind die Teilnehmer die Botschafter für den Ausbildungsstandort Österreich und das Aushängeschild für Ausbildungsbetriebe und Schulen. Der Einsatz und die Erfolge der Skills-„Heroes“ leiten Jugendliche bei der Berufswahl und motivieren zur persönlichen Weiterentwicklung im Beruf. SkillsAustria macht die Leidenschaft zum Beruf sowie den Beruf zur Leidenschaft.
Wir fördern Zukunft
Seit 1958 ist die Wirtschaftskammer Österreich Mitglied von WorldSkills International und entsendet seit 1961 regelmäßig ein österreichisches Team zu den internationalen Berufsweltmeisterschaften. Zudem ist die WKÖ seit 2007 Mitglied von WorldSkills Europe. Österreich ist bei EuroSkills seit den ersten Europameisterschaften 2008 am Start.
SkillsAustria wird von der WKÖ, den neun Wirtschaftskammern in den Bundesländern sowie den Fachorganisationen der Sparten Gewerbe und Handwerk, Industrie, Tourismus und Freizeitwirtschaft, Information und Consulting, Handel sowie Transport und Verkehr finanziert. Mitfinanziert werden die Tätigkeiten von Seiten des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus sowie des Bundesministeriums für Bildung. Premium-Partner von SkillsAustria ist die BAWAG Group. Unterstützt wird das SkillsAustria-Team zusätzlich von Giesswein Walkwaren AG, Workwear STRAUSS, Schütze Schuhe, Würth und dem Fachverband Personenberatung und Personenbetreuung.
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